Abnehmen mit low-carb oder low-fat? Was funktioniert besser?













Die etwas Älteren unter Euch erinnern sich sicher noch an den Beginn der "low-fat" Welle - ich würde sagen so in den 70er Jahren. Alles was aus Amerika kam - und dort war nun mal der Ursprung - schwappte zu uns über! Light-Produkte überall, plötzlich war die gute Butter böse und es musste Fett gespart werden, um gesund zu bleiben. Ach ja und das "böse Cholesterin" in den Eiern... Darüber wissen wir heute dank jahrelanger Forschung besser Bescheid!


Im Gegensatz dazu seit einigen Jahren total in: low-carb. "Da nimmt man super mit ab" - derzeit also eher der Renner unter den "Diäten". Die Extremvariante von low-carb kommt auch immer mehr in Mode: die ketogene Ernährung. Aber mal ganz ehrlich: Sie passt halt so überhaupt nicht zu unseren "typisch deutschen" Ernährungsgewohnheiten mit viel Brot, Nudeln und Kartoffeln. Deshalb haben viele Menschen auch Probleme eine low-carb Ernährung oder gar ketogene Ernährung auf Dauer durchzuhalten und nehmen dann, wenn sie wieder "normal" essen, wieder schnell zu. Meist schlägt dann auch noch der "JO-JO EFFEKT" zu, da die "Diät" auch noch mit einer zu geringen Kalorienzufuhr (man will ja schnell abnehmen) gemacht wurde.


Bevor ich dazu komme, Euch meinen Alternativvorschlag zu machen, will ich Euch nicht die Forschungsergebnisse zu dem Thema vorenthalten, denn es gibt Studien, die beide "Diäten" gegeneinander untersucht hat. Zusammengefasst haben diese Studien herausgefunden, dass die Gewichtsabnahme unter low-carb am ANFANG etwas schneller geht (allerdings vor allem aus Wasser besteht) als bei low-fat (bei welcher der Gewichtsverlust Anfangs aus Fett bestand). Das sind aber nur die KURZFRISTIGEN Ergebnisse. Vergleicht man bei beiden Diäten die Ergebnisse nach einem Jahr, so zeigt sich, dass die erreichte Gewichtsreduktion nahezu identisch und damit vergleichbar ist.


Was sagt uns das jetzt? Dass es letztendlich Geschmackssache ist, wenn Du mit einer der beiden Diäten Gewicht verlieren willst. Außerdem sehe ich als Problem, dass es ja nicht "die" low-carb Diät gibt, ergo kannst Du mit 150 g Kohlenhydraten, 100 g oder gar 50 g täglich arbeiten. Genauso bei einer "low fat" Diät....


Also: es ist und bleibt: Geschmackssache.


 

Aber schauen wir uns doch einmal kurz die jeweiligen Vorteile und Nachteile von low-carb und low-fat an:


LOW-CARB: Vor- und Nachteile


Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand: weniger Zucker, weniger Weißmehlprodukte, die den Insulinspiegel schnell steigen lassen und uns somit das Abnehmen furchtbar schwer machen. Der große Nachteil liegt darin, dass die Ernährungsweise zunächst mal fast nichts mehr mit unserer in Deutschland gewohnten Ernährungsweise zu tun hat. Das berichten auch die meisten Menschen, die es versucht haben. Das Durchhalten ist nach einer gewissen Zeit unheimlich schwer und nur noch mit viel Disziplin möglich, das Brot, die Nudeln, die Kartoffel fehlt. Schlechte Fette hingegen aus fettem Fleisch: keine Einschränkung! Weiterhin haben viele Menschen mit Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit und Schwindel zu kämpfen. Ist ja auch logisch, denn Kohlenhydrate sind Energielieferant Nummer eins in unserem Stoffwechsel.


LOW-FAT: Vor- und Nachteile


Die Vorteile von low-fat liegen meiner Meinung darin, dass vor allem die schlechten Fette "weg gespart" werden. Es wird auf fettarme Wurstsorten zurückgegriffen, weniger Butter und gesättigte Fette kommen zum Einsatz. Allerdings fehlen oft die guten Fette wie Omega-3-Fettsäuren, die unser Körper braucht, die den Stoffwechsel sogar anregen. Da sind wir auch schon beim Nachteil!. Außerdem wird oft nicht auf den Zucker und die einfachen Kohlenhydrate geschaut, die wie oben beschrieben, den Insulin stark ansteigen lassen. Schokolade also tabu, Gummibärchen ok. Du vermutest es schon: einfach "nur" Fett zu sparen ohne die gesamte Ernährung im Blick zu haben ist also auch nicht der Weisheit letzter Schluss!



Also Du siehst: So einfach ist das nicht mit: "Jetzt esse ich kein Fett oder keine Kohlenhydrate mehr". Wie bei allen Themen des Lebens gibt es auch hier nicht nur schwarz und weiß, sondern auch viel Grautöne😉


 

Meine Meinung dazu


Oft werde ich gefragt: "Simone, was kannst Du mir denn eher empfehlen - low-carb oder low-fat"? Antwort: Keines von beiden! Den meist handelt es sich um Extremdiäten mit schneller Gewichtsabnahme. Und darin liegt schon die Crux: alles was Du zu schnell abnimmst, nimmst Du danach wieder zu, meist sogar noch mehr als Du zuvor gewogen hast. Tja. Es liegt in der Natur des Menschen ungeduldig zu sein, schnelle Ergebnisse zu wollen. Deshalb fallen so viele Menschen wohl auch immer wieder auf all die Diäten und Scharlatane da draußen rein, statt die Sache EINMAL RICHTIG ANZUGEHEN. Genau. EINMAL und gut ist.

Am besten - vor allem was das "Durchhalten" anbetrifft - lässt sich immer noch mit einer gemischten, ausgewogenen, alltagstauglichen Ernährung OHNE EXTREME EINSCHRÄNUNG und Verteufelung eines Nährstoffs abnehmen. Ergo mit einer Ernährung, die Du vom Prinzip her gewohnt bist. Bei welcher eventuell Lebensmittel, Mahlzeitenabstände, Verhältnis der Lebensmittel zueinander und geringfügig die Mengen geändert werden. Außerdem ist diese an Deinen Bedarf und Deine individuellen Gewohnheiten angepasst. Ganz wichtig: KEINE VERBOTE! Leckerlis sind erlaubt und werden mit eingebaut - dann bleibt die Motivation und die Lebensqualität, was für das Durchhalten enorm wichtig ist. So läuft das Ganze auch fast wie von selbst! Das Beschriebene nennt man dann ERNÄHRUNGSUMSTELLUNG 😉!



Wie funktioniert das?


Also: Erstens: Abnehmen lässt sich nur, wenn Du Dich in einem sogenannten "Energiedefizit" befindest, das heißt WENIGER KALORIEN ZU DIR NIMMST ALS DU BRAUCHST. Der Trick dabei: Nur so viele Kalorien weniger, dass du garantiert mit einer guten Nährstoffkombination (einer meiner Beratungsinhalte) KEINEN HUNGER HABEN WIRST. Außerdem gehst Du mit den Kalorien niemals unter den sogenannten "GRUNDUMSATZ" - also das was Dein Körper an Nährstoffen zum Überleben braucht. Damit verhinderst Du dann auch den JO-JO-EFFEKT!


Zweitens macht man sich praktisch den Vorteil BEIDER oben genannten "Diäten" zum Vorteil, indem man von beiden diese kombiniert. Man reduziert also Fett (schaut vor allem aber auf die Qualität der Fette) und sehr individuell - je nach Gewohnheit - die Kohlenhydrate (ebenso Qualität als Schwerpunkt). Die Reduktion erfolgt aber in "moderaten" Mengen - eben so, dass Du langsam aber SICHER Gewicht verlierst und das, OHNE dieses danach wieder zuzunehmen! Hört sich cool an oder? Ist es auch, weil es funktioniert!


Vor allem aber und das möchte ich betonen, geht es um die Qualität der Nährstoffe. Also beispielweise die Fettqualität: Darauf lege ich in meinen Beratungen auch großen Wert. Du lernst welche Fette eher ungesund und ungünstig bei einer Gewichtsreduktion sind (wie z.B. gesättigte Fette) und welche Fette Dich sogar beim Abnehmen unterstützen! Genauso bei der Kohlenhydratqualität. Denn nicht alle Kohlenhydrate sind "böse". Diejenigen, die Deinen Blutzucker schnell in die Höhe schießen lassen, wie Zucker, einfache Weißmehlprodukte ohne Zugaben sind beispielsweise ungünstig, wohingegen Vollkornprodukte sogar Vorteile für die Gewichtsabnahme bringen!


 

Schlussfolgerung


Bei einer Gewichtsabnahme kommt es nicht auf die EXAKTEN Gramm an Kohlenhydraten oder Fetten an. Zunächst einmal ist wichtig, dass die Ernährung in den Alltag passt, individuell auf Deine Gewohnheiten und Vorlieben abgestimmt ist. Wenn Du zu mir in die Beratung kommst, hat DAS für mich Priorität Nummer EINS. Je nachdem wie Dein Ernährungsprotokoll aussieht, was für Lebensmittel Du verzehrst und wie Dein Alltag aussieht und auch Deine Lebensumgebung (Kinder, Familie, Solo?) schauen wir gemeinsam, wo die Stellschrauben in Richtung Abnehmen und gesund sind. Das Ergebnis ist eine Ernährung, die Du langfristig weiterführen kannst, die nichts mit "DURCHHALTEN" zu tun hat. Eine Ernährung, die sich gut für Dich anfühlt und mit der Du langfristig Gewicht verlierst und das Gewicht danach vor allem hälst. Denn das ist manchmal schwieriger als das Abnehmen an sich, sagen viele. Das muss es aber nicht sein. Hast Du Dein Ziel erreicht, kann man mit einer gewissen Anpassung genau diese erneute Gewichtszunahme verhindern.



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